Das Jahr 2008 hat einige interessantepolitische Weichenstellungen gebracht, die sich auch auf die Kurse von Wertpapieren aus der Branche der Erneuerbaren Energien ausgewirkt haben und noch auswirken werden. Den meisten bekannt sein dürfte die Novelle des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes, kurz EEG. Die bestimmte im Sommer zeitweilig die Schlagzeilen rund um Werte wie Solarworld. Die politische Einigung in Berlin machte dann schließlich den Weg frei, einen Investitionsstau aufzulösen, unter dem unter anderem die Biogasbranche litt. Aber auch der Solarboom in Spanien machte Schlagzeilen und war auf die anstehende
Neufestsetzung der Fördersätze durch die Regierung in Madrid zurückzuführen. Die langfristige Entwicklung der Wertpapiere aus der Green Economy konnten die kurzfristigen Turbulenzen nicht entscheidend beeinflussen. Auch wenn einzelne Aktien zwischenzeitlich spürbar nachgaben, ist die Performance von Aktien und Fonds des Sektors beeindruckend. So hat zum Beispiel der New Energy Fund (ISIN: LU0121747215) des Schweizer Privatbankhauses Sarasin in fünf Jahren einen Zuwachs von 178 Prozent erzielt – trotz eines spürbaren Verlustes im laufenden Jahr aufgrund der schwachen Märkte und zeitweiligen politischen Turbulenzen. Der Fonds setzt auf internationale Aktien, zu den Top-Holdings gehören unter anderem Gamesa, Vestas und die Bonner Solarworld. Die Wertentwicklung der Sparte soll auch zukünftig sehr gut bleiben, erwarten viele Anlageexperten, denn die Branche dürfte langfristig weiter boomen. In vielen Ländern stecken Solarenergie, Windenergie & Co. noch in frühen Stadien oder die Märkte
entstehen erst. Ein sehr breiter politischer Konsens, der – mit wenigen Ausnahmen – regenerative Energiequellen fördert, ist Basis des Booms. Von einem möglichen politischen Machtwechsel in den USA oder
auch der Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien erhoffen sich Marktbeobachter weitere Impulse mit langfristiger Wirkung. Das dürfte auch anderen Fonds der Branche
weiteren Auftrieb geben. Zu den „alten Hasen“ im Angebot gehört unter anderem der Ökovision Classic (ISIN:
LU0061928585), der in der Fünfjahreswertung Anlegern Gewinne von rund 55 Prozent bescherte. Der Fonds ist etwas anders aufgebaut als das Sarasin-Angebot: Investiert wird nicht nur in erneuerbare
Energien sondern auch in Unternehmen mit humanen Arbeitsbedingungen. Das macht die Depotzusammensetzung manchmal überraschend. So erwartet man nicht unbedingt ein Unternehmen wie Apple in den Top-Holdings, dagegen dürften der österreichische Verbund oder die norwegische Solarenergiegesellschaft Renewable Energy als typisch gelten. Doch auch der Blick auf Fondsangebote, die
noch nicht so lange am Markt sind, kann lohnen. Der DWS Zukunftsressourcen (ISIN:
DE0005152466) hat sich seit Auflegung im Februar 2006 positiv entwickelt und setzt neben typischen Branchenaktien wie Solarworld oder Vestas auch auf Unternehmen wie ITT Corp. oder Roper
Industries. Von Allianz Global Investors kommt der Allianz RCM Global Agricultural Trends (ISIN: LU0342688198), der sich mehr auf den landwirtschaftlichen Bereich konzentriert wie zum Beispiel auf Produktion, Lagerung und Transport von Agrarrohstoffen. Im Portfolio findet man daher nicht die schon genannten Werte, sondern Unternehmen wie Potash oder Monsanto, aber auch den Düngemittelhersteller
K+S. Einen Blick wert scheint auch der LBBW Global Warming Strategie BWI (ISIN: DE000A0KEYM4), der Anfang
2007 aufgelegt wurde. Die Fondsmanager Christoph Keidel und Wolfgang Schrage
setzen unter anderem auf Vestas, REpower, Linde und Alstom.
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